VORWORT VON VITO VON EICHBORN ZU HIJAS DE LA LUNA:

Editionsauflage
Editionsauflage

 

Meine Buchhändlerin sagte mir:

„Ja“, sagte sie, "...

Ja, alle Arten von Genre-Literatur haben in den letzten Jahren sehr an Akzeptanz gewonnen, Krimis ja sowieso, aber auch

Fantasy, Science Fiction und Horror, übrigens wechselweise in Büchern und in Filmen. Die Tolkien-Nachfolge führt bis zur

Rowling, Edgar Allen Poe und Steven King bis Tarantino. Vor allem die Bis(s)-Serie von Stephenie Meyer und deren Twilight- Verfilmungen haben viele Türen geöffnet. Natürlich sind diese

Teenager-Bücher nicht mein Ding; aber offen gestanden: Ich freue mich doch, wenn junge Leute überhaupt zum Lesen verführt werden.

Worum geht's denn bei dieser Autorin?"

"Zunächst mal habe ich dieses Buch von Jaliah J. in die Edition aufgenommen, weil einerseits das Genre Fantasy darin bisher fehlt, andererseits jedoch diese junge Autorin mit ebenso viel Hemmungslosigkeit wie Konsequenz Unterhaltungsromane für

Teenager schreibt. Es gibt von ihr mehrere Liebesromane um Gangs in Puerto Rico, und auch diese Töchter des Mondes sind als Serie angelegt. Dabei bedient sie sich der Chiffren aus Mythologie und Sagen, wie sie zur Gattung der Phantastik gehören, bis zu

anthropomorphen Tieren. Wie bei der Meyer stehen sich verfeindete Familien gegenüber; das Gedankenlesen taucht auf und die

intensive Wirkung von Düften ..."

"O Mann", unterbrach mich meine Buchhändlerin, wie sie das immer macht, "und was ist nun das Eigene hier? Wie geht der Plot?"

"Jemand nannte >Twilight< eine >Romeo-und-Julia-Romanze im

Blutsaugermilieu<, was es ja recht gut trifft. Aber das spielt alles in

der amerikanischen Provinz. Jaliah J. jedoch verlegt das Geschehen dankenswerterweise zurück an den Ursprung, von den Teenagern und ihrer Schule nach Rumänien, wo Bram Stoker mit Dracula den Vampirroman begründete. Wie nebenbei benutzt sie auch den von Stoker berühmt gewordenen Namen Vlad. Dort nun läßt sie die Clans der sonnenscheuen, bluthungrigen Vampire und der sich allnächtlich verwandelnden Werwölfe in uralter Feindschaft gegeneinander antreten. Im Mittelpunkt des Plots stehen die Schwestern Saphira und Luna, deren Familien aus geheimnisvollen Gründen vor langem nach Venezuela ausgewandert sind, die nun aber zu ihrem Vater nach Siebenbürgen zurückkehren. Prompt verlieben sie sich zum Ärger der durstigen Vampire in zwei schöne Männer, ohne deren nächtliche Werwolf-Geheimnisse zu kennen. Bei "Bis(s)" verwandeln sich Indianer zum Schutz vor Vampiren in Werwölfe. Hier nun droht bald von außen eine große Gefahr, die alle Menschen und Fabelwesen zusammenschweißt, um gemeinsam die

liebenswürdigen Schwestern zu beschützen. Und es kommt zum

Kampf, bei dem der Jüngste vom Wolfsrudel stirbt, ..."

"... wobei die Schwestern natürlich gerettet werden, richtig?" Meine Buchhändlerin strahlte, offensichtlich hatte sie Spaß gefunden an diesen haarsträubenden Geschichten. "Das geht ja alles so richtig zur Sache, Schauerroman und Fantasy in einem. Bei der Rowling gibt's ja auch einen netten Werwolf; hier sind offensichtlich sogar die Vampire freundlich."

"Ja, es werden sogar noch andere zarte Bande gesponnen, von einem Vampir zu einem Wolfsmädchen, was natürlich überhaupt nicht sein darf. Unsere Mondtöchter übrigens tragen das Mal eines Mondes auf der Schulter, und ich hoffe sehr, daß in der nächsten Folge mehr darüber ..."

Ich brach ab, denn meine Buchhändlerin hatte mich stehen lassen, wie immer, wenn die Eingangstür läutete. Als ich ihr folgte, hörte ich im Vorübergehen, wie sie der Kundin erzählte: "Ich hab doch auch mal mit romantischen Liebesgeschichten angefangen! Jetzt hab ich mir vorgenommen, mal Bücher für die heutigen jungen Mädchen zu lesen. Dieser rappelvolle Roman mit Liebe und Wölfen und Vampiren hört sich sehr reizvoll an." Schön, daß sie schon anfing, diese transsylvanischen Geschehnisse weiterzuempfehlen. Da bleibt mir nur, der Autorin einen langen erzählerischen Atem zu wünschen,

für sprudelnde Phantasie und mitreißende Fantasy

 

Vito von Eichborn